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By Howard S. Becker

„Der Mensch mit abweichendem Verhalten ist ein Mensch, auf den diese Bezeichnung erfolgreich angewandt worden ist; abweichendes Verhalten ist Verhalten, das Menschen als solches bezeichnen“: Es ist einer der klassischen Sätze der Devianzsoziologie in einem der Klassiker des Feldes. Howard S. Becker betont fernab von alten und simplistischen Fragen danach, „warum Menschen Regeln brechen“, welche Situationen und welche Prozesse dazu führen, dass Menschen in Positionen geraten, in denen sie als „Regelbrecher“ betitelt werden, wie sie mit diesen Positionen umgehen und sich auch gegen diese wehren.

„Außenseiter“ erschien erstmals 1963 in long island und wurde 1981 bei S. Fischer in deutscher Übersetzung publiziert. Seit den frühen neunziger Jahren vergriffen, liegt hier nun eine von Michael Dellwing überarbeitete und herausgegebene model vor.

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Wenn ein Mensch mit abweichendem Verhalten erwischt wird, wird er in Übereinstimmung mit der volkstümlichen Diagnose der Gründe seines Soseins behandelt und diese Behandlung kann gleichfalls zunehmend abweichendes Verhalten zur Folge haben. Der Rauschgiftsüchtige, in populärer Ansicht ein willensschwaches Individuum, das auf die von Rauschmitteln bereiteten unschicklichen Freuden nicht verzichten kann, wird repressiv behandelt. Ihm wird verboten, Drogen zu benutzen. Da der Süchtige sich die Rauschmittel auf legale Weise nicht beschaffen kann, muss er illegal an sie herankommen.

Ob es eine Regel verletzt oder nicht), zum Teil davon, was andere Menschen daraus machen. Einige Leute könnten einwenden, dies sei lediglich terminologische Haarspalterei, man könne danach Begriffe in jeder gewünschten Weise definieren; wenn einige Leute von einem regelverletzenden Verhalten als einem abweichenden sprechen wollten, ohne auf die Reaktionen anderer Bezug zu nehmen, dann stehe ihnen dies frei. Das ist natürlich richtig. Doch es könnte sich lohnen, von einem derartigen Verhalten als einem regelverletzenden zu sprechen und den Begriff abweichend für solches Verhalten zu reservieren, das von einem Teil der Gesellschaft als abweichend bezeichnet wird.

Eine solche Behandlung setzt verschiedene Mechanismen in Bewegung, die zusammenwirken, um den Menschen nach dem Bilde zu formen, das die Leute von ihm haben (siehe Ray 1961). Zunächst einmal läuft der Mensch nach seiner Identifizierung als abwei- Arten abweichenden Verhaltens 51 chend Gefahr, von der Partizipation an konventionelleren Gruppen abgeschnitten zu werden, selbst wenn die spezifischen Konsequenzen seiner besonderen abweichenden Aktivität von sich aus niemals die Isolation verursacht hätten, wäre sein Verhalten in der Öffentlichkeit nicht bekannt und entsprechend darauf reagiert worden.

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